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26.935,04 km – Willkommen auf Hawaii

Ohia und Lehua waren vor langer Zeit ein junges Paar. Er war ein gut aussehender Mann und sie das schönste und liebste Mädchen der Insel. Eines Tages traf Pele, die Vulkangöttin auf Ohia und verliebte sich in ihn. Sie wollte ihn für sich haben, doch er wies sie zurück. Da verwandelte sie ihn in einen verbogenen, hässlichen Baum. Lehua flehte Pele an, ihn zurück zu verwandeln. Doch das tat sie nicht. Die anderen Götter bekamen Mitleid mit Lehua, hatten aber nicht die Macht Peles Zauber zu brechen. Also verwandelten sie Lehua in eine wunderschöne rote Blüte, damit sie für immer bei ihrem Geliebten sein konnte.

Der Ohia-Baum ist oft die erste Pflanze, die man an neuen Lavaströmen finden kann. Man sagt, so lange die Blüte an dem Baum sitzt, ist das Wetter sonnig und schön. Wird sie aber abgerissen, fängt es in Schauern an zu regnen. Es sind die Tränen Lehuas, die von ihrem Ehemann getrennt wurde.

Diese Geschichte erzählt uns und vielen hawaiianischen Kindern ein alte Hawaiianerin. Die über 70-jährige Alani ist eine von weniger als 1.000 Einheimischen, welche noch Hawaiianisch sprechen, die Sprache mit nur 13 Buchstaben im Alphabet. Sie haben sich organisiert, um die Kultur des "alten Hawaiis" wieder aufleben zu lassen und sich auf ihre Traditionen zu besinnen. Sie wollen wieder unabhängig sein, lehren die traditionelle Form des Hulas und geben Mythen und Sagen der Götter an die folgenden Generationen weiter.

Und von denen gibt es viele in einer Inselwelt, die so voll von magischen und sagenhaften Orten ist. Üppige Urwaldbäume bilden grüne Tunnel über den Straßen, man kann durch urzeitlich anmutende Wälder aus riesigen Baumfarnen und über gigantische, unbesiedelte Berge und Schluchten wandern. Kokosnüsse, Mangos, Ananas, Papayas und zahllose Früchte, die wir noch nie gesehen haben, wachsen wild an den Straßen. Exotische bunte Vögel flattern bezaubernd um wunderschöne Blüten und an puderzuckrigen Traumstränden tummeln sich seltene hawaiianische Mönchsrobben.

Hawaii ist vulkanischen Ursprungs. Die Schildvulkane Hawaiis sind die größten Vulkane der Erde, der Mauna Kea auf der Hauptinsel, ist von der Basis bis zur Spitze über 9.000 Meter hoch! Überall kann man die Urgewalten der Erde spüren.

Und auch die Urgewalten des Meeres sind unübersehbar. Hier treffen die Wellen nach ihrem Weg tausende Kilometer über den Pazifik zum ersten Mal auf eine Küste. Dadurch brechen hier meterhohe kraftvolle Wasserwände. In den weltberühmten Wellen der North Shore treffen sich Surfer aus aller Welt. "Nalu" bedeutet wörtlich "mit einer Welle ans Ufer gleiten". Für die Hawaiianer ist das Wellenreiten mehr als nur ein Sport, es ist ein Lebensgefühl, denn "Nalu" heißt auch der "Weg zu sich selbst".

Auch wir wagen uns mit dem Brett an ein paar kleinere Wellen und genießen danach ein leckeres Loco Moco, bevor wir schweren Herzens Aloha sagen und mit einer langen Welle Amerika entgegengleiten.