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1893 bis 1933

In den ersten Jahren seines Bestehens erfährt der Turnverein eine bewegte Vereinsentwicklung. Nach einer normalen Weiterentwicklung in Mitgliederzahl und Sportbetrieb und nach der Stagnation des Vereinsgeschehens während der Zeit des ersten Weltkrieges kommt es im Jahre 1928 zu einer Vereinsumgestaltung. Aus dem Turnverein wird der Arbeiterbildungsverein, der allerdings bereits 1933 wieder aufgelöst wird. Der Verein gibt sich einen neuen Namen: Turn- und Sportverein Heumaden, der seither Bestand hat. Die neue Namensgebung ist begründet, hat der Verein doch schon seit 1923 auch eine Fußballabteilung als weitere Sportart.

Für die Entwicklung des Turnvereins ist es von Bedeutung und wichtig, daß er schon im Jahre 1900 eine eigene Turnhalle zur Verfügung hat. Dadurch ist ein kontinuierlicher Turnbetrieb gewährleistet, zugleich ist damit eine Voraussetzung für die weitere turnerische Entwicklung im Verein gegeben.

Aus der Chronik dieser Jahre:

7.5.1893
Gründung des Vereins. Anfänglich gehören 11 Mitglieder und 4 Zöglinge zum Turnverein Heumaden. Kleinere Geräte sowie ein Reck und ein Barren - letzterer zum Preise von 24 Mark - werden gekauft. Im Garten des "Löwen" halten die Mitglieder die Turnstunden ab, die sich eines guten Besuches erfreuen. Nach dem Beitritt zum Filderturngau zählt sich der Verein zur Gemeinschaft der Deutschen Turnerschaft.

1894
Erstmalige Teilnahme an einem Gauturnfest. Mit 20 Mitgliedern und mit seiner neuen Standarte marschiert der Verein in Plieningen ein und erringt die ersten kleinen Erfolge. In Heumaden belebt sich der Turnbetrieb immer mehr. Auch eine Vereinssingstunde wird eingeführt. In diesem Jahre erfolgt die Verlegung des Turnbetriebes in den Garten der "Linde".

1896
Jeden Sonntag nachmittag finden Turnübungen im Garten der "Linde" statt. Weitere Geräte - auch ein Pferd - werden gekauft. Die Mitglieder bauen ein kleines Zeughaus für die Geräte, das jedoch bald den Bedürfnissen des wachsenden Vereins nicht mehr entspricht.

1899
Nach Überbrückung vieler Schwierigkeiten reifen die ersten Pläne für eine eigene Turnhalle. Am 18.11.1899 Überläßt die Gemeinde Heumaden dem Verein einen Bauplatz in der Nähe des Kirchhofs. Für etwa 600,- Mark werden Bauarbeiten an die einheimischen Handwerker vergeben.

1900
Am letzten Aprilsonntag des neuen Jahrhunderts findet die feierliche Einweihung der Heumadener Turnhalle statt. Mit den Ausmaßen 8x12 m zählt sie zwar zu den kleinen Turngebäuden, genügt aber vollauf den Erfordernissen des Vereins. Das emsige Mühen des Turnwarts Jacob Weber findet in zahlreichen Auszeichnungen, die seine Musterriege auf den Fildern erringt, seinen Niederschlag.

1901
Nach achtjähriger, äußerst verdienstvoller Tätigkeit scheidet der 1. Vorstand des Heumadener Turnvereins, Emil Weber, infolge seines Wegzugs nach Esslingen, aus. Der Verein wuchs in der Zeit seiner Vereinsführung bis auf etwa 50 Mitglieder an.

1904
Am 15. September 1904 erlebt Heumaden die Geburtsstunde des Filderturngaus "Jahn" und wird gleichzeitig zum Geburtsort dieser großen Turngemeinschaft. An jenem Septembersonntag finden sich Vertreter der Vereine Kemnat, Birkach, Rohr, Ruit, Plieningen, Sillenbuch und Heumaden in der "Linde" ein und gründen den Filderturngau "Jahn", dem der Turnverein Heumaden in beständiger Treue bis zum Jahre 1927 angehört.

1907
Der Verein erneuert erstmals seine Satzung. Im Juni 1907 findet in Heumaden zum erstenmal das Gauturnfest des Filderturngaus "Jahn" statt. Als Festplatz wird eine große Wiese oberhalb der Turnhalle zur Verfügung gestellt. Die gesamte Ortschaft prangt in einem festlichen Schmuck und erlebt bei tätiger Mithilfe eine eindrucksvolle, turnerische Veranstaltung. Die Militärkapelle der Artillerie Cannstatt spielt zum Feste auf. Für den kleinen Verein bedeutet die Gestaltung des Gauturnfestes eine außerordentliche Leistung. Die Musterriege des Vereins erringt den 2. Preis und der Vorstand Wilhelm Kuch stellt in der Oberstufe sogar den ersten Sieger. Somit wird das Jahr 1907 zum bisher bedeutendsten in der Geschichte des Turnvereins Heumaden.

1911
Nach einem Festgottesdienst findet am Nachmittag des 3. Juli die feierliche Fahnenweihe statt. "Frisch, fromm, fröhlich, frei," die Losung des Turnvaters Jahn, so lautet die Inschrift des neuen Vereinssymbols. Die Gauturnfeste in Birkach (1910) und Plieningen (1911) werden erfolgreich beschickt.

1913
Nach Gründung des Schwäbischen Turn- und Spielverbandes schließt sich auch der Turnverein Heumaden im Rahmen des Filderturngaues "Jahn" dieser Vereinigung an.

1914-1918
Der weitaus größte Teil der Mitglieder, insgesamt 66, stehen unter den Fahnen. Durch den furchtbaren Weltkrieg kommt vieles der bisher geleisteten Aufbauarbeit zum Erliegen. 17 Vereinsmitglieder sterben den Soldatentod, 1 Mitglied bleibt vermißt. Wir werden unsere lieben Kameraden nicht vergessen. Im bescheidenen Rahmen wird in diesen Jahren in Heumaden noch weiter geturnt.

1920
In diesem Jahre lebt auch in Heumaden der Fußballsport auf. Karl Gehrung, Theodor Harrscher und Friedrich Gehrung sind die Pioniere dieser neuen Sportart. Als Fußballplatz dient ein Stück Land auf den Heuwiesen. Der Verein befaßt sich erstmals mit dem Gedanken eines eigenen Sportplatzes. Die Turn- und Singstunden stehen jedoch noch weiterhin im Vordergrund der Tätigkeit des Vereins.

1921
Das erste Fußball-Wettspiel wird gegen Gablenberg ausgetragen.

1922
Anfang des Jahres wird von der Gemeinde Heumaden ein Stück Ödland als Sportplatz-Gelände zum Preise von 20 Mark pro qm erworben. In diesem Jahre beginnen die ersten Bauarbeiten am Sportplatz, die erst nach 30jähriger Tätigkeit einen Abschluß finden sollen. Infolge Arbeitslosigkeit und Aussperrung arbeiten viele Heumadener Bürger bei den Erdarbeiten mit.

1923
Der Jugendturntag des Filderturngaus findet statt. Emil Klenk führt den Verein als erster Vorsitzender.

1924
Zum zweitenmal wird in Heumaden das alljährlich stattfindende Gauturnfest des Filderturngaues Jahn durchgeführt. Ebenso wie im Jahre 1907 wird dieser Festtag zu einem schönen Erfolg für den kleinen Verein und die gesamte Ortschaft. Zum ersten Male diente als Festplatz die zum Teil erstellte Sportplatzanlage. Heumaden erringt beim Gauturnfest zahl reiche Siege.

1926
Der Gau-Spiel- und Sporttag mit einer großen Anzahl von leichtathletischen Wettkämpfen wird in Heumaden ausgetragen.

1927
In diesem Jahre nimmt Heumaden Abschied vom Filderturngau Jahn. Die sich immer mehr ausbreitende Arbeitersportbewegung hat auch in Heumaden Fuß gefaßt. Es kommt zu einer Verschmelzung des Turnvereins Heumaden mit dem "Liederkranz" Heumaden. Das neu erstandene, seltene Kind erhält den Namen "Arbeiterbildungsverein Heumaden" Für die turnerischen Belange ist zunächst weiterhin der Schwäbische Turn- und Spielverband zuständig.

1928
Es erfolgt der Übertritt der Turner zum Arbeiter-Turn- und Sportverband.

1933
In diesem Jahre kommt es zur zwangsweisen Auflösung des "Arbeiterbildungsvereins Heumaden". Der Weg führt wieder zum alten Filderturngau "Jahn" zurück, der dann später selbst in der einheitlichen, staatlichen Turnerbewegung aufgeht. Wieder ändert der Verein sein äußeres Kleid und nennt sich nun "Turn- und Sportverein Heumaden". Die Fußballabteilung trägt ihre Spiele auf einem Platz am "Kemnater Hof" aus, da die Ausmaße des eigenen Sportplatzes den Ansprüchen längst nicht mehr genügen.